Ringenberger Schlosskonzert

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Foto: Ulrike v. Loeper
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ACHTUNG TERMINÄNDERUNG!
Samstag, 12. Dezember 2020, 17:00 Uhr

"Sprecht lauter, schreyt..."
Musikalische Schicksalsgemeinschaften
Streichquartette von Ludwig v. Beethoven und Bedrich Smetana

Quart.essence
Önder Baloglu und Bianca Adamek, Violine
Odysseas Lavaris, Viola
Diego Hernandez, Violoncello


Anfang Oktober des Jahres 1802 verfasst Ludwig v. Beethoven einen Brief an seine Brüder Caspar und Johann. Abgeschickt hat er ihn nie, gefunden wurde er erst nach dem Tod des Komponisten. Als resignativ, lebensmüde Vorahnung seiner Ertaubung wird der Brief später unter dem Namen "Heiligenstädter Testament" in die Geschichte eingehen.
Das letzte Streichquartett, das Beethoven vor der Niederschrift des Briefes zu Papier gebracht hat, das Quartett in B-Dur, op. 18, 6 wird vor allem im vierten Satz – "La Malinconia" – von großen Teilen der Beethoven-Forschung immer wieder als Vorbote des Briefes an seine Brüder gelesen, geschrieben in einer Phase, von der der Komponist selbst berichtet: "...ich bringe mein Leben elend zu, seit zwei Jahren fast meide ich alle gesellschaften."
Bei aller Einzigartigkeit des Leidens: Ludwig v. Beethoven ist beileibe nicht der einzige namhafte Tonkünstler, dessen musikalisches Feingefühl durch einschneidende Probleme mit dem Gehör mit den Jahren hermetisch von der Außenwelt abgeschnitten wird.
Auch Bedrich Smetana leidet an einem schwindenden Gehör. Ihn trifft es aber noch schlimmer: Das einzige klingende Signal, das ihm erhalten bleibt, ist ein markerschütternder Tinnitus. Wie Beethoven, so thematisiert auch er sein physisches Innenleben und seine Resignation in Gestalt eines Streichquartetts, des Streichquartetts I in e-Moll mit dem Beinamen "Aus meinem Leben".

Dass beide Komponisten ausgerechnet diese Besetzung zur Folie ihres autobiographischen Vermächtnisses machen, ist kein Zufall. Das Streichquartett ist die Königsdisziplin der Kammermusik: Vier vollkommen gleichberechtigte, freie Partien mit allen denkbaren Potentialen zu Intensität - zu Verwebung, Konfrontation und Verschmelzung. Insbesondere in Zusammenhang mit dem Werk Ludwig v. Beethovens kommen wir nicht ohne einen gezielten Blick auf seine Streichquartette aus, müssen wir über seine Beziehung zu dieser Formation reden.

Das Streichquartett Quart.essence wurde 2009 in Essen gegründet und verwirklicht ein intensives, leidenschaftliches, erforschendes und experimentelles Musizieren.
Quart.essence arbeitet mit innovativen Programmen, Konzepten und Ideen. So konzertiert Quart.essence regelmäßig in Deutschland, in Spanien, und in der Türkei, u. a. bei den Feierlichkeiten der Kulturhauptstädte Europas Istanbul-Essen 2010 im Essener Schloss Borbeck, beim Festival "Klassisch.Unterirdisch" in Essen, beim Klasik Keyifler Festival in Kappadokien (TR), beim internationalen Musikfestival "Musiquem Lleida!" in Spanien, bei den Duisburger Akzenten, in der Mercatorhalle Duisburg und im Schloss Bellevue Berlin - unter Anwesenheit des deutschen Bundespräsidenten.

Der türkisch-deutsche Primarius des Quartetts – Önder Baloglu – studierte an der Folkwang Universität der Künste bei Pieter Daniel und Andreas Reiner. Zur Zeit unterrichtet er selber dort und ist außerdem als Konzertmeister der Duisburger Philharmoniker / Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg tätig. Solistisch tourt er immer wieder in Deutschland, Finnland und in der Türkei.

Die zweite Geigerin Bianca Adamek stammt aus Moers, wo sie mit fünf Jahren Geige zu spielen begann. Sie studierte bei Petra Munteanu in Rostock, Nikolai Mintchev an der Folkwang Universität Essen, Rainer Küchl in Wien und Mark Gothoni in der Berlin. Nach Tätigkeiten in den Orchestern der Deutschen Oper Berlin und Deutschen Symphonie-Orchesters in Berlin hat sie inzwischen unbefristete Anstellungen, zunächst bei den Symphonikern Hamburg und jetzt bei den Dortmunder Philharmonikern.

Odysseas Lavaris, Bratscher aus Santorini, studierte Geige bei Albrecht Winter und Bratsche bei Werner Dickel in Köln und bei Gareth Lubbe an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Nach langjährigen Tätigkeiten mit dem Evenos Quartett und als Mitglied des Orchesters der KlangVerwaltung München ist er mittlerweile 1. Solo-Bratscher der Bergischen Symphoniker.

Diego Hernandez, baskischer Cellist, studierte an der "Reina Sofia" in Madrid bei Natalia Shakovskaya, und in Saarbrücken bei Gustav Rivinius, Eduard Brunner und Tatevik Mokatsian sowie an Folkwang Universität der Künste bei Andreas Reiner. 15 Jahre lang war er tätig mit dem Et Arsis Klavierquartett , zwischen 2012 und 2018 nahm er eine Dozentur für Kammermusik an der HfM Saar wahr. Seit 2012 ist er Mitglied des Orchesters der KlangVerwaltung.


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Eintrittspreis 15 EUR / 10 EUR (Auszubildende, Schüler, Studierende)

Telefonische Reservierung bitte unter 02852-9659950

Reservierung via eMail hier