Tastenkasten

Veranstaltungen
Petra Somlai
Sonntag, 04. Oktober 2020, 17:00 Uhr

Vom Arpicembalo zum Schwachstarktastenkasten –
Perspektiven auf Beethovens Clavierinstrumente
Wolfgang Kostujak, Referent


Als der großherzogliche Instrumentenmacher Bartolomeo Cristofori am Hof von Florenz um das Jahr 1698 herum damit beginnt, eine vollkommen neuartige Anschlagmechanik für Saitenklaviere zu konstruieren, da ist ihm ganz sicher noch nicht bewusst, wie bahnbrechend seine Erfindung einmal den Verlauf der Musikgeschichte beeinflussen wird.
Nennenswerte Erfolge spielt die Konstruktion dann tatsächlich auch erst lange Jahre nach dem Tod ihres Erfinders ein, und bis der Hammerflügel seine volle, stilprägende Breitenwirkung entfaltet, vergehen noch einmal mehrere Dekaden. Auch wenn Ludwig v. Beethovens "Interlinearübersetzung", die aus dem italienischen "Piano-Forte" einen "Schwachstarktastenkasten" macht, nach wie vor ein gewisses Fremdeln mit dem Phänomen des "dynamischen Anschlags" bezeugt, verkörpert der Komponist aus Bonn nachweislich die erste bedeutende Persönlichkeit der Musikgeschichte, deren Karriere von Anfang an auf der Klaviatur eines "Pianoforte" stattfindet.
Nach allem, was wir heute wissen, ist Beethoven der erste Native Speaker in der Tonsprache des Pianoforte. Wolfgang Kostujak lehrt historische Aufführungspraxis an der Folkwang Universität der Künste in Essen und hat über nahezu zwei Jahrzehnte die Ringenberger Schlosskonzerte betreut. Den Schlosstisch am 4. Oktober 2020 widmet er ebenso dem großen Jubilar Beethoven wie der Einführung zu dem Konzert mit der niederländisch ungarischen Pianistin Petra Somlai, das exakt eine Woche später auf einem historischen Flügel der Beethovenzeit drei große Sonaten aus den mittleren Wiener Jahren des Komponisten in den Fokus nehmen wird.

 


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Eintritt frei

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